Chroniques Radios lettre d'actualité
Chroniques - Radios - La lettre d'actualité
b-side


FRED ALPI
Les chiens mangent les chiens
(Nidstång – Fairplay/SED – 2003)
Durée 53'11 - 13 Titres )

(las) Französischer Punk-Rock ist hierzulande nicht wirklich bekannt, was in erster Linie daran liegen mag, dass so gut wie kein Mensch die Texte versteht. Im Grunde ist das jedoch albern, denn im schier unendlichen Repertoire der Chansons kann man sich ja auch einigermaßen auskennen, ohne des Französischen mächtig zu sein. Die guten Stereolab funktionieren im übrigen nicht anders. Es gibt also überhaupt keinen Grund, sich diese Platte nicht anzuhören, zumal sie dem resteuropäischen Hörer für französische Verhältnisse sehr entgegenkommt. So sind zunächst einmal sämtliche Texte ins Englische übersetzt. Das ist in diesem Fall auch notwendig, denn Fred Alpi legt sehr viel Wert auf den Gehalt seiner Worte. Da bewegt er sich ganz in der Tradition des rotzigen Chansonniers, die bei ihm auch musikalisch ihre Spuren hinterlässt ("Il y a ma Vie"). Dabei schottet sich die Drei-Mann-Combo keineswegs in einem landestypischen Mikrokosmos ab, der den Großteil der französischen Pop- und Rockmusik für den Außenstehenden so schwer zugänglich macht. Dazu ist der Weltenbummler Fred Alpi zu weit herumgekommen. Wie gesagt, das hier ist ehrlicher Punk der alten Schule, kein Hardcore - zumindest nicht, was die Musik anbelangt. Textlich geht es hingegen geht es ordentlich zur Sache. Fred verspritzt sein Gift gegen ein omnipräsentes "Fist-fucking de l'esprit" ("Un Philosophe sans Esprit"). Letzeres gelingt ihm umso besser, als dass er die musikalische Seite seiner intelligenten Polemik nicht aus den Augen verliert. Gute Musik zählt halt noch immer zu den besten Vehikeln von griffigen Aussagen. Wer sich ein genaueres Bild davon machen möchte, geht auf Freds web-page www.fredalpi.com. Dort lassen sich alle Lieder des Albums kostenlos herunterladen.

La Liberté ne se donne pas...

(Da Fred es sich nicht hat nehmen lassen, das Interview auf Deutsch zu führen, heben wir uns dazu entschlossen, den Originalwortlaut
wiederzugeben!)


Wie beurteilst du deine Musik innerhalb der französischen Musiklandschaft?

Fred: Ich bin ziemlich allein in meine Richtung, Rock Musik mit Anarchistische Texten. Ein bisschen zwischen Rock und Chanson. Ich suche ein Aufklärung durch Musik, und die meisten Bands machen Musik um reich und berühmt zu werden. Aber wer sich kommerziell orientiert dient der Reaktion, und es ist viel mehr Spaß Musik mit Geist zu machen. Ich fühle mich sehr nah von die neue Punk Szene, wo ich viele Freunde habe, trotz ich kein Hardcore spiele. Aber diese Szene ist lebendig und aktiv. Ich liebe und brauche diese frische Luft.

Deine Texte sind durchweg sehr engagiert. Schöpfst du deren Themen aus deinem persönlichen Umfeld?

F: Alle meine Texten sind ein Bild von meine persönliche Gedanken über Liebe, das Leben, und Menschheit. Es handelt um tägliche Kleinlichkeiten, oder mehr philosophischer Fragen, dass wir alle haben können. Die Hälfte ungefähr ist sehr deutlich politisch engagiert, als ich zeit lange Anarchist Aktivist auch bin. Meine texten sind ein Spiegel von mein Einfällen. Ich habe mein Persönlichkeit auch durch Musik gebaut, und es ist durch Musik, und die Texten, dass ich kann es am besten mich auszudrücken.

Punk lebt von Provokation. Doch wie soll man heutzutage mit Musik noch provozieren?

F: Die Provokation, für Punk oder andere Styl, kommt heutzutage immer noch mehr von die Texten als von die Musik. Punk rock ist jetzt kein provo Musik, es existiert seit 30 Jahren, und damals war es schon nur nervöse Rock'n'roll, aber keine richtige musikalisch Revolution. Die Ideen waren neu, nicht die Musik. Experimentell Musik kann noch provozierende sein.

Was zählt zu den intensivsten Momenten deiner Musik?

F: Meine stärkste Entdenkungen kommen von meine Berliner Jahren, als ich Bass und Gitarre mit Sprung aus den Wolken spielte, in die 80er. Ich war in der Herz von alle diese "Industrielle" Szene, mit Einstürzende Neubauten und Mechanik Destruktiv Kommando, und meine Ohren und mein Geist haben sich dadurch geöffnet und entwickelt. Aber auf Bühne habe ich immer noch so viel Freude und Spaß als ich immer hatte, es bringt mich so viel Energie !

Was machst du, wenn du nicht als Musiker unterwegs bist?

F: Ich arbeite als Kung Fu und Qi Gong Lehrer, und ich studiere Philosophie.

Wie steht es um dein Verhältnis zu deutscher Musik?

F: Mein Verhältnis zur den Deutschen Musiklandschaft ist sehr stark, als ich immer noch meine besten Freunden in die Berliner Musikszene habe, und dass ich immer noch mit dem arbeite. Kiddy Citny, der früher Sänger in Sprung aus den Wolken war, hat die Covers von meine zwei erste CD gezeichnet, und beide sind von Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten) aufgenommen und gemixt. Und ich möchte in der Zukunft das wiederholen, diese Französisch/Deutsch Mischung bringt viel, wir sind so komplementär.

Macht die Existenz von Indie-Labels heutzutage noch Sinn?

F: Es macht mehr Sinn als nie, als die Unterhaltung Industrie hat nie so viel macht gehabt. Indie labels sind die einzigste weg um kreativ zu bleiben. Es funktioniert natürlich nur wenn die Indie Labels nicht nur der Traum um Major zu werden.

Kannst du dir vorstellen, bei einem Major zu unterschreiben?

F: Totale Freiheit und Kreativität sind meine Prioritäten, als Mensch und als Künstler, und ich will deswegen immer meine Unabhängigkeit behalten, auch wenn ich mit Indies arbeite. Deswegen habe ich meine eigene Label gegründet. Major haben nicht diese Logik, ich glaube nicht dass es möglich wäre mit einem zu arbeiten, ihr Ziel sind exklusiv finanziell und kurzfristig. Es ist aber wichtig für Musik, wie für Ideen, um so viel wie möglich zu Reisen, sonst sterben sie. Es ist dann wichtig mit organisierte und kompetent Struktur zu arbeiten, es ist immer noch wichtiger Effektiv zu sein wenn man diese Freiheit behalten und entwickeln möchte. Meine CD sind jetzt durch New Music (Hamburg) in Deutschland verfügbar.

Was befindet sich in deiner rechten Hosentasche?

F: Ein Leatherman-Multifunktionsmesser. Es passt ziemlich zu mir.

Wie lautet deine Lieblings-Single-B-Seite?

F: Schwere Frage ! Ich habe nie ein Platte oder ein CD in mein Leben gekauft, ich habe immer mein Geld im Musikinstrumenten oder Motorräder geworfen. Kann echte Kunst ein B-side haben?

Aktuelles Album: siehe oben.

Internet: www.fredalpi.com

 
Lars Schneider  Décembre 2003
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