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(las) Französischer Punk-Rock ist
hierzulande nicht wirklich bekannt, was in erster Linie daran
liegen mag, dass so gut wie kein Mensch die Texte versteht. Im
Grunde ist das jedoch albern, denn im schier unendlichen Repertoire
der Chansons kann man sich ja auch einigermaßen auskennen,
ohne des Französischen mächtig zu sein. Die guten Stereolab
funktionieren im übrigen nicht anders. Es gibt also überhaupt
keinen Grund, sich diese Platte nicht anzuhören, zumal sie
dem resteuropäischen Hörer für französische
Verhältnisse sehr entgegenkommt. So sind zunächst einmal
sämtliche Texte ins Englische übersetzt. Das ist in
diesem Fall auch notwendig, denn Fred Alpi legt sehr viel Wert
auf den Gehalt seiner Worte. Da bewegt er sich ganz in der Tradition
des rotzigen Chansonniers, die bei ihm auch musikalisch ihre Spuren
hinterlässt ("Il y a ma Vie"). Dabei schottet sich
die Drei-Mann-Combo keineswegs in einem landestypischen Mikrokosmos
ab, der den Großteil der französischen Pop- und Rockmusik
für den Außenstehenden so schwer zugänglich macht.
Dazu ist der Weltenbummler Fred Alpi zu weit herumgekommen. Wie
gesagt, das hier ist ehrlicher Punk der alten Schule, kein Hardcore
- zumindest nicht, was die Musik anbelangt. Textlich geht es hingegen
geht es ordentlich zur Sache. Fred verspritzt sein Gift gegen
ein omnipräsentes "Fist-fucking de l'esprit" ("Un
Philosophe sans Esprit"). Letzeres gelingt ihm umso besser,
als dass er die musikalische Seite seiner intelligenten Polemik
nicht aus den Augen verliert. Gute Musik zählt halt noch
immer zu den besten Vehikeln von griffigen Aussagen. Wer sich
ein genaueres Bild davon machen möchte, geht auf Freds web-page
www.fredalpi.com. Dort lassen sich alle Lieder des Albums kostenlos
herunterladen.
La Liberté ne se donne pas...
(Da Fred es sich nicht hat nehmen lassen,
das Interview auf Deutsch zu führen, heben wir uns dazu entschlossen,
den Originalwortlaut
wiederzugeben!)
Wie beurteilst du deine Musik innerhalb der französischen
Musiklandschaft?
Fred: Ich bin ziemlich allein in meine
Richtung, Rock Musik mit Anarchistische Texten. Ein bisschen zwischen
Rock und Chanson. Ich suche ein Aufklärung durch Musik, und
die meisten Bands machen Musik um reich und berühmt zu werden.
Aber wer sich kommerziell orientiert dient der Reaktion, und es
ist viel mehr Spaß Musik mit Geist zu machen. Ich fühle
mich sehr nah von die neue Punk Szene, wo ich viele Freunde habe,
trotz ich kein Hardcore spiele. Aber diese Szene ist lebendig
und aktiv. Ich liebe und brauche diese frische Luft.
Deine Texte sind durchweg sehr engagiert.
Schöpfst du deren Themen aus deinem persönlichen Umfeld?
F: Alle meine Texten sind ein Bild von
meine persönliche Gedanken über Liebe, das Leben, und
Menschheit. Es handelt um tägliche Kleinlichkeiten, oder
mehr philosophischer Fragen, dass wir alle haben können.
Die Hälfte ungefähr ist sehr deutlich politisch engagiert,
als ich zeit lange Anarchist Aktivist auch bin. Meine texten sind
ein Spiegel von mein Einfällen. Ich habe mein Persönlichkeit
auch durch Musik gebaut, und es ist durch Musik, und die Texten,
dass ich kann es am besten mich auszudrücken.
Punk lebt von Provokation. Doch wie
soll man heutzutage mit Musik noch provozieren?
F: Die Provokation, für Punk oder
andere Styl, kommt heutzutage immer noch mehr von die Texten als
von die Musik. Punk rock ist jetzt kein provo Musik, es existiert
seit 30 Jahren, und damals war es schon nur nervöse Rock'n'roll,
aber keine richtige musikalisch Revolution. Die Ideen waren neu,
nicht die Musik. Experimentell Musik kann noch provozierende sein.
Was zählt zu den intensivsten Momenten
deiner Musik?
F: Meine stärkste Entdenkungen
kommen von meine Berliner Jahren, als ich Bass und Gitarre mit
Sprung aus den Wolken spielte, in die 80er. Ich war in der Herz
von alle diese "Industrielle" Szene, mit Einstürzende
Neubauten und Mechanik Destruktiv Kommando, und meine Ohren und
mein Geist haben sich dadurch geöffnet und entwickelt. Aber
auf Bühne habe ich immer noch so viel Freude und Spaß
als ich immer hatte, es bringt mich so viel Energie !
Was machst du, wenn du nicht als Musiker
unterwegs bist?
F: Ich arbeite als Kung Fu und Qi Gong
Lehrer, und ich studiere Philosophie.
Wie steht es um dein Verhältnis
zu deutscher Musik?
F: Mein Verhältnis zur den Deutschen
Musiklandschaft ist sehr stark, als ich immer noch meine besten
Freunden in die Berliner Musikszene habe, und dass ich immer noch
mit dem arbeite. Kiddy Citny, der früher Sänger in Sprung
aus den Wolken war, hat die Covers von meine zwei erste CD gezeichnet,
und beide sind von Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten)
aufgenommen und gemixt. Und ich möchte in der Zukunft das
wiederholen, diese Französisch/Deutsch Mischung bringt viel,
wir sind so komplementär.
Macht die Existenz von Indie-Labels
heutzutage noch Sinn?
F: Es macht mehr Sinn als nie, als die
Unterhaltung Industrie hat nie so viel macht gehabt. Indie labels
sind die einzigste weg um kreativ zu bleiben. Es funktioniert
natürlich nur wenn die Indie Labels nicht nur der Traum um
Major zu werden.
Kannst du dir vorstellen, bei einem
Major zu unterschreiben?
F: Totale Freiheit und Kreativität
sind meine Prioritäten, als Mensch und als Künstler,
und ich will deswegen immer meine Unabhängigkeit behalten,
auch wenn ich mit Indies arbeite. Deswegen habe ich meine eigene
Label gegründet. Major haben nicht diese Logik, ich glaube
nicht dass es möglich wäre mit einem zu arbeiten, ihr
Ziel sind exklusiv finanziell und kurzfristig. Es ist aber wichtig
für Musik, wie für Ideen, um so viel wie möglich
zu Reisen, sonst sterben sie. Es ist dann wichtig mit organisierte
und kompetent Struktur zu arbeiten, es ist immer noch wichtiger
Effektiv zu sein wenn man diese Freiheit behalten und entwickeln
möchte. Meine CD sind jetzt durch New Music (Hamburg) in
Deutschland verfügbar.
Was befindet sich in deiner rechten
Hosentasche?
F: Ein Leatherman-Multifunktionsmesser.
Es passt ziemlich zu mir.
Wie lautet deine Lieblings-Single-B-Seite?
F: Schwere Frage ! Ich habe nie ein
Platte oder ein CD in mein Leben gekauft, ich habe immer mein
Geld im Musikinstrumenten oder Motorräder geworfen. Kann
echte Kunst ein B-side haben?
Aktuelles Album: siehe oben.
Internet: www.fredalpi.com
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